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Der coachforcare Blog

Aktuelles, Hilfreiches und Wissenswertes für den Alltag in der Pflege

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Überlastetes Pflegepersonal: Wir helfen der Pflege

16/12/2020 12:19:27.




Mit den täglich ansteigenden Zahlen von Patienten, die mit dem neuen Corona-Virus infiziert sind, steigt auch die Belastung für Pflegekräfte in Kliniken, Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten. Umso wichtiger ist es nun, einen klaren Kopf zu bewahren und sich und andere vor den psychischen Effekten der Pandemie – vor allem um irrationale Ängste, Panik oder letztlich Überlastung und Burnout zu verhindern. Die psychische Belastung ist dabei nicht abwegig, im Gegenteil, sie ist schon längst da.

Es ist ganz klar, dass das Klinik- und Pflegepersonal erneut und immer noch die größte Last zu tragen hat. Internationale Studien zu den Folgen von Epidemien und Pandemien zeigen, dass mit diesen Belastungen ein großes Risiko für spätere psychische Erkrankungen einhergeht. Das Klinik- und Pflegepersonal ist zu wichtig, um es sehenden Auges in psychische Dekompensation zu treiben! Jetzt ist der Zeitpunkt für Präventionsmaßnahmen und Unterstützung. Deshalb bieten wir von coachforcare ein Akutprogramm an, mit dem wir das Klinik- und Pflegepersonal jetzt schnell und kurzfristig unterstützen werden.

Wir alle können dem Klinik- und Pflegepersonal die Lasten nicht abnehmen, aber wir können etwas tun, um den wichtigen Dienst, den diese Menschen überall in Deutschland zurzeit für unser Land und für uns alle leisten, etwas zu erleichtern.

Wenn es erst einmal zum Auftreten von psychischen Störungen mit Krankheitsbildern wie oben gekommen ist, ist es zu spät. Dann hilft nur noch eine Krankschreibung, Psychotherapie und unter Umständen sogar die Einnahme von Psychopharmaka. Doch soweit muss es nicht kommen. Alle Studien zur Anwendung von Präventionsmaßnahmen beim Klinik- und Pflegepersonal zeigen, dass eine deutliche Steigerung der Resilienz und eine Verbesserung der psychischen Stabilität erreichbar ist. Aber solche Präventionsmaßnahmen müssen eben auch in einem Zeitfenster angeboten werden, in dem noch präventiv gearbeitet werden kann.

DIE ZEIT, DAS KLINIK- UND PFLEGEPERSONAL ZU UNTERSTÜTZEN, IST JETZT!

 

Mehr erfahren und registrieren: www.coachforcare.de/akut.html

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tel. 040 – 637 488 02
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Konflikte mit Angehoerigen: Im Voraus professionell reagieren

13/10/2020 15:05:31.




Wie Sie als Pflegekraft mit angespannten, fordernden und schwierigen Angehörigen umgehen, um sich selbst zu schützen und die Situation zu entlasten:

Konflikte zwischen Pflegekräften und Angehörigen von Patienten und Bewohnern sind häufig und für Pflegekräfte gesundheitsschädlich. Immer wieder kommt es zu Diskussionen und (verbalen) Auseinandersetzungen zwischen Pflegekräften und Angehörigen von Patienten oder Bewohnern. Da unterscheidet sich die Situation im Pflegeheim nicht von der auf der Intensivstation. Und immer wieder hinterlassen solche Erlebnisse bei den beteiligten Pflegekräften ein ungutes Gefühl, ein Gefühl von Belastung und Anspannung. Es gibt mittlerweile Untersuchungen, die zeigen, dass Pflegekräfte, die besonders oft in Auseinandersetzungen mit Angehörigen verwickelt sind, ein erhöhtes Risiko für die Ausbildung einer Angststörung oder eines Burnout-Syndroms haben. Körperliche Auseinandersetzungen sind zum Glück selten, kommen aber gerade in Notaufnahmen durchaus auch vor. In diesem Beitrag soll es aber vor allem um die verbalen Auseinandersetzungen und Konflikte gehen.

Verschobene Rollenbilder verstehen

Um zu verstehen, was hier genau passiert, ist ein systemischer Ansatz wichtig – die Beteiligten stehen für unterschiedliche Rollen und unterschiedliche Bezüge zum Patienten oder Bewohner. Das ist schon lange so, es ist schon lange auch in wissenschaftlicher Diskussion, aber durch die Corona-Zeit noch verdeutlicht: Während die Angehörigen sich formal dem Patienten oder Bewohner „näher“ fühlen, weil sie eben verwandt sind, erleben sich die Pflegekräfte in der gelebten Realität viel näher. Sie sind es, die dem Patienten oder Bewohner Hilfe leisten bei alltäglichen Verrichtungen, aber vor allem bei der Genesung. Sie sind es, die gerufen werden, wenn ein Problem auftritt. Sie sind es, die sich ganz praktisch um den Menschen und sein Wohlergehen „kümmern“ – und sie sind es, die verantwortlich gemacht werden, wenn etwas nicht rund läuft. 

Die Familienangehörigen hingegen sind weiter weg. Sowohl die körperlichen Pflegemaßnahmen als auch das, was wir mit dem Begriff der „Umsorgung“ gut beschreiben können, finden in der Familie zwischen Erwachsenen selten und wenn, dann nur episodisch statt. Stattdessen sind Aufgaben und Verantwortungen vergeben und zugewiesen, die sich mit der innerfamiliären Rolle des Einzelnen definieren lassen. Hier etwa (in einem etwas altertümlichen, gleichwohl immer noch oft gelebten Setting) die Rolle des „Ernährers“, der „mütterlichen Zuwendung“, des „Kindes“ (selbst bei erwachsenen Kindern). Auch schwierigere Rollen, etwa des „gewalttätigen Vaters“ oder der „schlagenden Mutter“ sind im familiären Kontext definiert und oft lange Jahre gelebt.

Durch die Aufnahme in einer Klinik oder Pflegeeinrichtung wird dem Patienten oder Bewohner seine eigene Rolle innerhalb des Familiensettings weggenommen – sie entfällt zumindest vorübergehend, manchmal auch auf Dauer. Die anderen Familienmitglieder hingegen sehen sich mit einem Rollenwechsel konfrontiert – eben noch der vom Vater dominierte Sohn, nun der über den dementen Vater bestimmende Vollmachtnehmer. Eben noch die Mutter, die alle unterstützt oder bestärkt hat, jetzt ein Mensch, der an der Beatmungsmaschine angeschlossen ist und nicht einmal mit den Augen zucken kann. Diese Bilder ließen sich in großer Anzahl fortsetzen und sie zeigen, welche Transfer-Leistung von Angehörigen oftmals verlangt wird, wenn ein Mensch kurzfristig oder langfristig in eine Klinik oder ein Heim verbracht wird.

Was löst das beim Angehörigen aus?

  • Schuldgefühle – warum hat es den Vater getroffen, der doch eh schon so klapprig war? Aus professioneller Sicht ist das einfach zu beantworten. Eben weil der Vater schon so klapprig war. Doch ein emotionales Verstehen dieses Zusammenhangs ist schwer möglich, selbst wenn ein inhaltliches Erkennen gegeben ist.
  • Siegesgefühle – endlich hat auch mal die übermächtige Mutter was abbekommen. Immer wieder hat sie alle gequält und schlecht behandelt. Wie gut, dass sie dort am Beatmungsgerät liegt. Solche Gefühle werden in der Regel nicht ausgehalten, sondern auch zu Schuldgefühlen.
  • Trauer – warum muss der geliebte Mensch, mit dem man jahre- und jahrzehntelang zusammen gewesen ist, so leiden?
Viele andere Emotionen, Gefühle, Gedanken werden ausgelöst, wenn ein Familienmitglied in die Klinik kommt oder ins Heim muss. Verbunden mit dem oben beschriebenen Aspekt der Distanzierung, die oftmals als „Degradierung“ erlebt wird (nach dem Motto, „wir hier kümmern uns jetzt mal richtig um ihren Angehörigen“) oder gar als Ausschluss, gerade bei Heimbewohnern („wir hier sind jetzt sein zuhause/seine Familie“), entstehen aus solchen unangenehmen und belastenden Gefühlen Kompensationsstrategien. Das können sogenannte „reife“ Kompensationsstrategien sein, die es den Familienangehörigen erlauben, mit der Trauer, der Schuld oder der Belastung umzugehen, die Situation zu akzeptieren und letztlich sich damit zu arrangieren. Nicht selten kommt es aber zu „unreifen“ Mechanismen. Es werden Ansprüche formuliert, Forderungen geäußert, Vorwürfe tauchen auf. Es fällt den Angehörigen schwer, sich mit der aktuellen Situation, mit dem Zustand und der Entwicklung des Patienten oder Bewohners zu arrangieren und zu akzeptieren. So kommt es dann oft zu den Schlussfolgerungen: Körperliche Symptome (die auch früher vielleicht schon mal da gewesen waren) – sollte die Pflege da einen Fehler gemacht haben? Ungepflegte Erscheinung (bei einem Menschen, der sich auch früher nur 1-2 mal im Monat geduscht hatte) – wird hier etwa nicht auf Körperpflege und Hygiene geachtet? Gewichtsverlust in 3 Wochen (auch vorher gab es schon Gewichtsverlust, hat nur niemand gewogen) – da stimmt doch was mit der Ernährung nicht!

Rechtzeitig professionell agieren

Es ist für Sie als Pflegekraft wichtig, dass sie sich diese Hintergründe bewusst machen, wenn ein Gespräch mit Angehörigen zu einem Konflikt zu werden droht. Wenn sich ein solcher Konflikt andeutet, ist es noch nicht zu spät, um gut zu reagieren und dann den Konflikt abzuwenden. Das geht – mit ein wenig Aufwand. Dieser Aufwand ist aber gerechtfertigt, denn den Konflikt zu ertragen, durchzukämpfen und am Ende (vielleicht) zu gewinnen, kostet um ein Vielfaches mehr an Energie und Aufwand, als gleich zu Beginn ein paar einfache Aspekte zu beachten und den Konflikt zu entschärfen, ehe er eskaliert.

 

Diese Aspekte sind besonders wichtig:
  1. Agieren als Team:
    Alle im Pflegeteam müssen eine einheitliche Verhaltensregel für den Umgang mit Konflikten mit Angehörigen verfolgen – sonst spielen Angehörige leicht eine Pflegekraft gegen die andere aus. Dann entstehen die Konflikte im Team, was auch nicht besser ist, als Konflikte mit Angehörigen.
  2. Eindeutige Kommunikation:
    Es ist ganz wichtig, eine klare Sprache zu sprechen – ohne dass dies arrogant oder aggressiv wirkt. Beim Angehörigen muss erkennbar werden, dass seine Position, seine Bedürfnisse und Ansichten erkannt worden sind und berücksichtigt werden. Gleichzeitig ist es erforderlich, die pflegerischen Bedürfnisse und Aspekte des Patienten und Bewohners im Auge zu haben und genau diese dem Angehörigen zu vermitteln, um dann die Positionen abzuwägen und deutlich zu formulieren.
  3. Verständnis fördern:
    Regeln, Verhaltensmuster, Anordnungen etc. müssen verstehbar und erklärbar sein. Nur zu sagen „das machen wir immer so“ reicht nicht aus, sondern erzeugt beim Gegenüber das Gefühl, dass man nicht individuell, sondern schematisch arbeitet. In Kombination mit den beschriebenen Gefühlen (Schuld, Trauer, Schmerz, etc.) entsteht aus so einer Kombination dann eben doch das Bedürfnis nach einem Ventil und ein Konflikt entsteht.
  4. Gleiche faire Regeln vermitteln:
    Regeln und Verhaltensmuster, die den Angehörigen vermittelt werden, müssen einheitlich sein – es muss im Team klar sein, wer wieviel Besuch bekommen soll, wie mit Körperpflege bei unwilligen Menschen mit Demenz umgegangen wird etc. Ganz problematisch ist, wenn Angehörige auch hier Schwester X gegen Pfleger Y ausspielen, weil bei der einen geht, was der andere verbietet. 

Nach einem Gespräch mit einem Angehörigen – egal, ob es in einem Konflikt endete oder ein Konflikt entschärft werden konnte – muss das im Team kommuniziert werden. Besonders, wenn sich daraus Konsequenzen ableiten lassen („Herr M. wird nun drei mal am Tag von seiner Tochter N. besucht“ oder „Frau K. bekommt nun einen Pudding abends extra….“). Ansonsten sind der nächste Gesprächsinhalt und die Konflikte nahezu vorprogrammiert. Konflikte sind gesundheitsschädlich Und nun zur Frage, ob Konflikte wirklich „krank“ machen – ja, das tun sie. Es gibt eine Datenlage in den wissenschaftlichen Arbeiten, die zeigt, dass etwa nach Konfliktgesprächen mit Angehörigen bei Pflegekräften der Stresslevel ansteigt bis in einen Bereich, wie er auch bei „aufregenden“ pflegerischen Maßnahmen, etwa der Unterstützung bei einer Reanimation oder einem unerwarteten Krampfanfall bei Patienten etc. vorliegt. Durch die „eigentlich“ nicht unmittelbar einem medizinisch-pflegerischen Thema zuzuordnende Problematik baut sich der Stresslevel nach einem Konfliktgespräch aber schlechter und langsamer ab. Damit ist die Auswirkung eines solchen Gesprächs einerseits hoch, andererseits langandauernd. Beides sind Grundbedingungen für die Entwicklung einer psychischen Reaktion. Gerade in Kombination mit den anderen Risikofaktoren für psychische Probleme bei Pflegekräften, etwa Nachtschichten, der Belastung durch die „echten“ medizinisch-pflegerischen Aspekte, der Anforderungen durch die Patienten / Bewohner selbst, der Probleme, die im Rahmen der Teamkonstellation auftreten etc. sind solche zusätzlichen Stressoren als besonders gefährlich einzustufen. Von daher ist es enorm wichtig, sich hier nicht zusätzlich belasten zu lassen. Allein durch den „kontrollierten“ Umgang mit auf „Konflikt gestimmten“ Angehörigen ist eine deutliche Entlastung schon erreichbar. Das kann auch geübt und in Kursen und Workshops gelernt werden.

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Erholsamer Schlaf trotz Schichtdienst

18/11/2020 13:22:53.




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Tipps für eine gute Schlafhygiene bei Pflegekräften in Schichtarbeit

Rund ein Viertel der Deutschen leiden unter Schlafstörungen. In einer schnelllebigen Zeit mit fließenden Arbeitszeiten, Schichtarbeit und einer ständigen Erreichbarkeit gehören Schlafstörungen somit zu den häufigsten gesundheitlichen Problemen in Deutschland. Dabei können Schlafstörungen nicht nur die körperliche Gesundheit beeinträchtigen (z.B. Herzkreislaufstörung, Magen-Darm-Erkrankungen), sondern auch zu psychischen Problemen, wie beispielsweise Depressionen, führen. Schlaf und Gesundheit stehen in enger Wechselwirkung miteinander. Laut einer Umfrage leiden besonders Pflegekräfte unter Schlafproblemen. 69 Prozent der Befragten gaben an, sie litten oft oder zumindest manchmal unter starken Schlafproblemen. Einer von sieben Pflegern lässt sich der Umfrage zufolge wegen seiner Schlafprobleme regelmäßig krankschreiben. Die Gründe für die Schlafprobleme können vielfältig sein. Oft liegt es jedoch an der Schichtarbeit.

Der Ablauf der Schlafphasen wiederholt sich bei Menschen mit gutem Schlaf mehrfach pro Nacht. Gerät dieser Ablauf durch ungünstige Arbeitszeiten (z.B. Nacht- oder Frühschicht) durcheinander, kann es zu Schlafproblemen und weiter auch zu den oben genannten physischen und psychischen Folgen kommen. Bei Schichtarbeit gilt zu beachten: Nicht jede Schicht ist für jeden Chronotypen geeignet. Als Chronotypen werden Arten von Menschen bezeichnet, die aufgrund der inneren biologischen Uhr physische Merkmale wie z. B. Hormonspiegel, Körpertemperatur, Schlaf- und Wachphasen oder auch Leistungsvermögen zu unterschiedlichen Tageszeiten in unterschiedlicher Ausprägung besitzen. So sollten Frühaufsteher die Nachtschicht idealerweise vermeiden, Langschläfer hingegen die Frühschicht. Auch hinsichtlich des beliebten Mittagsschlafs nach einer Frühschicht gibt es einige Dinge zu beachten. Ein Mittagsschlaf nach der Frühschicht eignet sich nur für diejenigen, die am Abend keine Probleme haben, einzuschlafen. Alle anderen sollten darauf verzichten, um am Abend möglichst müde zu sein. Wichtig ist beim Mittagsschlaf auch, dass dieser so kurz ist, dass man nicht in den Tiefschlaf fällt (max. 15 Min. ab dem Zeitpunkt des Einschlafens).

10 Tipps für eine gute Schlafhygiene:

  1. In Schichten schlafen: Nach der Nachtarbeit empfiehlt es sich, so schnell wie möglich schlafen zu gehen und den Schlaf ggf. aufzuteilen. Beispiel: 4 Stunden direkt nach der Arbeit und 2-3 Stunden am frühen Abend.
  2. Schlaf-Störer meiden: Störende Außengeräusche lassen sich durch „weißes Rauschen“ („white noise“) überdecken. Dieses besteht aus allen Frequenzen des hörbaren Bereichs in der gleichen Lautstärke (gleiche Amplitude). Das gleichmäßige Rauschen blendet Hintergrundgeräusche wie vorbeifahrende Autos aus und kann so beim Einschlafen helfen. Es wird beispielsweise von Ventilatoren erzeugt und ist auch als App zum Downloaden erhältlich. Außerdem sollte spätestens 4 Stunden vor dem Zubettgehen auf koffeinhaltige Getränke und schwere Mahlzeiten verzichtet werden. Leichte Snacks sind okay.
  3. Auf Alkohol verzichten: Zwar kann Alkohol müde machen und somit beim Einschlafen helfen, aber er wirkt sich negativ auf die Schlafqualität aus. Der Schlaf wirkt somit weniger erholsam.
  4. Auf Schichtwechsel vorbereiten: Die Schlafenszeiten an freien Tagen sollten unbedingt an die nächste Schicht angepasst werden. Zum Beispiel: Nach der Nachtschicht am Donnerstag bis zur nächsten Frühschicht am Montag jeden Tag etwas früher ins Bett gehen.
  5. Aktiv sein: Fällt das Einschlafen nach Schichtende schwer, können körperliche Aktivität, wie zum Beispiel ein Spaziergang oder aktive Entspannungsübungen wie Yoga helfen. Intensiver Sport solltet vermieden werden, da er zusätzlich stimuliert.
  6. Schlafumgebung optimieren: Dazu gehört beispielsweise, sich eine angenehme Schlafumgebung zu schaffen – ein gemütlich eingerichtetes Schlafzimmer, in dem man sich wohl fühlt. Die Raumtemperatur sollte bei 16 bis 18 Grad Celsius liegen – die optimale Temperatur für einen erholsamen Schlaf. Außerdem sollten Licht- und Geräuschquellen ausgeschaltet werden. Wer nach der Nachtschicht tagsüber schläft, kann auch die Türklingel deaktivieren.
  7. Um Rücksichtnahme bitten: Es kann helfen, das private Umfeld bezüglich der Schlafenszeiten zu informieren, so dass Störungen vermieden werden können.
  8. Rituale entwickeln oder sich ein kleines Schlafritual angewöhnen: Zum Beispiel leises Musikhören oder eine Tasse heiße Milch oder Tee mit Honig. Schichtarbeit bringt den Organismus durcheinander. Einschlaf-Rituale helfen dem Körper zu unterscheiden, wann Sie wach sein und wann Sie schlafen wollen.
  9. Wecker verbannen: Wenn beim ständigen Blick auf den Wecker die Sorge wächst, wegen der schwindenden Zeit nicht ausreichend Schlaf zu bekommen, erzeugt das nur Druck. Dieser lässt Sie erst recht nicht einschlafen. Drehen Sie die Anzeige des Weckers zum Beispiel einfach von sich weg.
  10. Auf Rauchen verzichten: Nikotin wirkt stimulierend. Wenn also nicht ganz auf das ungesunde Laster verzichtet werden kann, sollte zumindest in den letzten Stunden vor dem Zubettgehen nicht mehr geraucht werden.

Akerstedt (2003). Shift Work and disturbed sleep/wakefulness. Occup Med (London). 53(2). 89-94;
 

Pilcher, J.J., Lambert, B.J. & Huffcutt, A.I. (2000). Differential effects of permanent and rotating shifts on self-report sleep length: a meta-analytic review. Sleep. 23.155–163


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Deutscher Pflegetag: Digital trotzdem kontrovers

16/11/2020 12:03:55.




 

Der Deutsche Pflegetag ist eines der größten und wichtigsten Events für die Pflegewelt. Dieses Jahr musste er erstmalig digital stattfinden. Unsere Kollegin Karen Wacker hat letzte Woche die Online-Veranstaltungen mitverfolgt, Diskussionen angeregt und aktiv den Austausch gesucht. Viele Fragen wurden aufgeworfen, zum Beispiel, ob Pflegekräfte ihren Beruf bis zum Rentenalter ausführen wollen und werden, wie die Belastungen in der Pflege konkret während der Coronakrise, davor und danach aussehen und wie wir die Pflege jetzt noch mehr unterstützen können.


Können und wollen Pflegekräfte ihren Beruf bis zum Rentenalter ausführen?

Wenn man die Pflegekräfte befragt, ob sie sich vorstellen können, bis zur Rente in ihrem Job zu verbleiben, so sieht man einen interessanten Zusammenhang. Die Einschätzung hierüber hängt mit der Bewertung der eigenen Arbeitsqualität zusammen. Pflegekräfte, die meinen, den eigenen Job nur mit ungenügender Qualität ausüben zu können, gehen meist auch nicht davon aus, dies bis zum Rentenalter weiter zu tun (1).

Wie die Pflegekraft die Qualität ihrer Arbeit einschätzt, hängt also zum einen von äußeren Faktoren (Zeitdruck und Rahmenbedingungen) ab. „Habe ich, was ich für den Job brauche?“, „sind wir genug Leute um das zu stemmen?“, „lassen meine Rahmenbedingungen zu, dass ich den Job so mache, wie er gemacht werden sollte?“. Die Bewertung der eigenen Arbeitsqualität ist überdies eine subjektive Einschätzung von verschiedenen Einflussfaktoren (Bewertung und Qualifikation). „Bin ich dem gewachsen?“, „leiste ich trotz meiner ‚suboptimalen‘ Rahmenbedingungen eine solide Arbeit?“, „werde ich meinen Ansprüchen an mich und meine Arbeit gerecht?“.

Wir können diese beiden Faktoren beeinflussen, indem wir sowohl für eine bessere Wahrnehmung der geleisteten Arbeit sorgen (Selbstwirksamkeit und Achtsamkeit), als auch im Bereich der Arbeitsorganisation, also im Bereich der externen Faktoren, Hebel in Bewegung setzen. Hierzu ist es allerdings notwendig, diese Dinge in der eigenen Einrichtung wahrzunehmen, zu analysieren und sich dann die Zeit zu nehmen, um diese Dinge zu ändern.

Zeit ist ein rares Gut, in diese zu investieren lohnt sich aber auf lange Sicht!

Die aktuelle Lage und bestehende Belastungen - unsere Einschätzung

Im Rahmen der Coronakrise kommt es in den Pflegeeinrichtungen zu Mehrbelastungen. Ähnlich wie dies unsere Studie aus dem Monat Mai zeigte, wurde auch auf dem Deutschen Pflegetag mit weiteren Untermauerungen (2) aufgezeigt, dass die Belastungen sich für die Mitarbeitenden schwierig gestalten. Natürlich sorgt die Pandemie für ein vermehrtes Gefühl der Unsicherheit. Ein Faktor, der die Pflege aber auch belastet ist das Wohlbefinden der Bewohner während der Pandemie und deren Einschränkungen.

Karen Wacker: „Im Gespräch mit unseren Einrichtungen hören wir immer wieder, dass das übliche Programm für die Bewohner schon seit Monaten nicht mehr regulär stattfinden kann. Die Pflegebedürftigen vereinsamen, demente Bewohner bauen extrem ab und die Mitarbeiter fühlen sich hierbei hilflos.“

Auch die Leitungskräfte stehen unter enormen Druck alle Verordnungen umzusetzen, sich auf dem neuesten Stand zu halten und überdies ein Corona-freies Heim zu gewährleisten. Hier wird vor allem mit Mehrarbeit seitens der Pflegeeinrichtungsleitung reagiert, was dazu führt, dass das Wohlbefinden der Leitungskräfte nachgelassen hat.

Karen Wacker: „Die Einrichtungsleiter stehen quasi unter Beschuss von allen Seiten. Viele sind wirklich erschöpft und versuchen den aktuellen Umständen in allen Punkten gerecht zu werden. Zu den ‚normalen‘ Belastungen, die sich aufgrund der allgemeinen Situation in der Pflege ergeben, kommen nun zum Beispiel noch Diskussionen mit Angehörigen über Besuchszeiten und Sinnhaftigkeit etwaiger Corona-Beschränkungen. Darüber hinaus haben die Mitarbeiter Sorgen, Strukturen ändern sich ständig und die Geschäftsführung will natürlich trotzdem, dass alles rund läuft.“

Was aber auch zu sehen ist, ist ein hoher Bewältigungsoptimismus bei den Einrichtungen, der aus dem Gefühl resultiert, dass die Pflege an sich Krisen erprobt ist. Corona ist ein weiterer Faktor, der bearbeitet werden muss. Es bleibt keine andere Wahl.

Karen Wacker: „Viele der Pflegeeinrichtungen, mit denen wir arbeiten, haben die erste Welle ganz solide überstanden und schöpfen aus dem Wissen, dass Sie gemeinsam erworben haben, Kraft. Man merkt, dass viele der Einrichtungsleitungen etwas entspannter bei den steigenden Infektionszahlen bleiben. Die Konzepte greifen, die Teams sind erprobt im Umgang mit der Situation. In manchen Teams ist sogar kurzfristig die Stimmung besser geworden, etwaige Streitigkeiten wurden beigelegt und rückten angesichts der Umstände in den Hintergrund.

Was bleibt, sind aber die Bedenken darüber, ob sich die Pflegekräfte nach der Pandemie von ihrem Pflegeberuf abwenden werden. Die politische Debatte um das Thema wurde auf dem Deutschen Pflegetag natürlich nicht ausgelassen. Die ersten Zeichen stehen gut. Warten wir ab, ob sich etwas ändert und vor allem wann und was sich verändern wird.

#raiseyourlamp

 

(1) https://index-gute-arbeit.dgb.de/++co++fecfee2c-a482-11e8-85a5-52540088cada

(2) https://kups.ub.uni-koeln.de/11201/1/Pflegerische%20Versorgung%20in%20Zeiten%20von%20Corona_Ergebnisbericht.pdf

 

 


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