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14.04.2020 | Nina Schulze

Mist – es hat mich erwischt! Leben in der Coronavirus-Quarantäne

Um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu verlangsamen müssen Betroffene, Menschen, die in einem Risikogebiet waren oder zu einem Betroffenen Kontakt hatten, in häusliche Quarantäne. Das bedeutet konkret: die Wohnung nicht verlassen. Auch nicht „nur mal kurz“. Nicht um den Hund auszuführen. Nicht einmal, um den Briefkasten zu leeren oder Müll zu entsorgen. Das klingt anstrengend? Ist es auch! Damit Sie in der Corona-Quarantäne nicht den Kopf verlieren, haben wir folgende (von uns erprobte) Tipps für Sie zusammengestellt:

  1. Seien Sie vorbereitet!

    Sie werden einige Zeit auf andere Menschen angewiesen sein, die für Sie einkaufen, mit dem Hund spazieren gehen oder andere Dinge erledigen. Besprechen Sie bereits jetzt, wer Sie im Notfall unterstützen könnte. Sollten Sie niemanden haben finden sich viele Hilfsbereite in lokalen Gruppen organisiert (z.B. über Facebook). Sie können auch bei der Diakonie oder direkt beim Gesundheitsamt anfragen.

  2. Achtung, bitte keine Hamsterkäufe!

    Es ist auf jeden Fall schlau, ein paar Dinge auf Vorrat im Haus zu haben. Richten Sie sich dabei aber bitte nach ihrem normalen Verbrauch – es reicht, eine zusätzliche Zahnpastatube da zu haben, nicht zehn. Oder wie oft wollen Sie sich in 14 Tagen die Zähne putzen? Das gleiche gilt für Klopapier, das derzeit Nr. 1 Verkausprodukt zu sein scheint, und natürlich auch für Nahrungsmittel. Sie möchten bestimmt nicht ein halbes Jahr lang Ravioli essen!

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  4. Halten Sie sich weiterhin an alle Hygienemaßnahmen, die auch vor einer Infektion gelten.

    Besonders, wenn Sie mit weiteren Personen in einem Haushalt leben. Sonst geben Sie den Virus fröhlich von einem zum nächsten, und alles dauert noch länger.

  5. Es ist völlig normal, Angst und Sorge um die eigene Gesundheit zu haben.

    Halten Sie sich in der häuslichen Quarantäne an die Anweisungen des Gesundheitsamtes. Messen Sie nur Fieber, wenn Sie es sollen – nicht vorsorglich zwanzig Mal am Tag. Und überlegen Sie gut, wie viel Sie im Internet zum Thema Coronavirus lesen möchten. Vielen Menschen tun die Berichte nicht gut, denn sie schüren zusätzliche Ängste.

  6. Halten Sie von der Quarantäne aus Kontakt mit Ihren Lieben.

    Das ist bei der Vielzahl an Kommunikationsmöglichkeiten heutzutage gar nicht so schwer. Halten Sie Kontakt zu Freunden und Verwandten, um sich nicht einsam zu fühlen. Wenn Sie niemanden zum Reden haben gibt es auch Angebote der Telefonseelsorge.

  7. Halten Sie unbedingt eine Tagesstruktur mit festen Zeiten fürs Aufstehen und Schlafengehen.

    Erstellen Sie feste Abläufe und Routinen und halten Sie sie dann ein. Routinen wirken beruhigend auf die Psyche. Setzen Sie sich kleine Ziele mit Dingen, die Sie erledigen möchten. Vielleicht wäre jetzt der ideale Zeitpunkt für die Steuererklärung? Oder fürs Fensterputzen?

  8. Beschäftigen Sie sich!

    Und bitte nicht nur mit Netflix. Versuchen Sie, sich möglichst vielseitig zu beschäftigen, durch Malen oder Handarbeiten, Lesen, Rätsel lösen, Spiele spielen….

  9. Treiben Sie Sport!

    Ja, das geht auch zuhause und auf engem Raum. Suchen Sie dazu nach Anleitungen im Internet z.B. auf Youtube.

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  11. Probieren Sie Entspannungsübungen, Achtsamkeitsübungen oder meditative Übungen aus.

    Auch hierzu gibt es zahlreiche kostenfreie Anleitungen im Netz.

  12. Suchen Sie nach Angeboten im Internet.

    Es gibt zum Beispiel kostenfreie virtuelle Führungen durch Museen. Es gibt kostenfreie Aufzeichnungen von Konzerten oder Theatern. Es gibt viele Menschen, die Tutorials verschiedenster Art streamen – nutzen Sie die Gelegenheit und probieren Sie neue Dinge aus.

  13. Falls Sie die Gelegenheit für Homeoffice und Arbeit nutzen wollen – nur zu.

    Seien Sie da aber gnädig mit sich. Sie sind wahrscheinlich sehr abgelenkt und erbringen nicht die gleiche Leistung, die Sie sonst erbringen könnten. Das ist vollkommen in Ordnung! Es ist ja auch eine ganz besondere Situation.

Und denken Sie immer daran: Es geht ja auch vorbei. In den meisten Fällen ist die Quarantäne nach nur 14 Tagen beendet. Und wenn wir mal ehrlich sind – viel verpassen Sie draußen gerade auch nicht!