erschaffung getrennt

06.04.2020 | Saskia Blömeke

Sozialkontakte in Zeiten der Isolation – wichtig, aber wie?

„social distancing“ „soziale Kontakte vermeiden“ „stayathome“ - dies sind nur einige Schlagwörter und Sätze, die man in den letzten Tagen immer wieder hört und die dazu auffordern, zuhause zu bleiben, soziale Kontakte zu vermeiden, um so eine Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Die Maßnahmen, die getroffen werden, schränken unser soziales Leben massiv ein.

Wir Menschen sind dazu gemacht, in Gemeinschaft zu leben. Dies ist tief in unseren Wurzeln verankert. Früher waren die Menschen darauf angewiesen, in Gemeinschaft zu leben – um das Überleben zu sichern und Gefahren abzuwehren. Schon seit vielen Jahren untersuchen auch Forscher den Zusammenhang zwischen sozialer Interaktion und der körperlichen Gesundheit. So konnte zum Beispiel in einer umfangreichen Metaanalyse (Holt-Lunstad, J., Smith T.B., & Layton J.B., 2010) gezeigt werden, dass Menschen mit funktionierenden sozialen Interaktionen seltener an vielen Krankheiten leiden. Einsamkeit kann also ernsthafte körperliche Symptome hervorrufen und krank machen. 

Alleinsein bedeutet nicht unbedingt Einsamkeit

Auch wenn Einsamkeit krank machen kann, bedeutet das nicht, dass wir in Zeiten der Isolation, wo man alleine ist, sich auch direkt einsam fühlt. So kann man sich auch unabhängig zu Corona, in einer Beziehung leben oder in einer Familie, unter Freunden sein und sich dabei einsam fühlen. Und umgekehrt sind bei weitem nicht alle alleinstehenden Menschen einsam. Das Gefühl der Einsamkeit muss also nicht damit zusammenhängen, dass man alleine ist. Verfallen Sie also nicht in Panik, wenn Sie ein paar Tage oder Wochen alleine in Ihrer Wohnung sind. Das bedeutet nun nicht gleich, dass sie in eine Depression stürzen. 

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06.04.2020 | SB

Wie kann man soziale Kontakte trotz Isolation aufrechterhalten?

„social distancing“ „soziale Kontakte vermeiden“ „stayathome“ - dies sind nur einige Schlagwörter und Sätze, die man in den letzten Tagen immer wieder hört und die dazu auffordern, zuhause zu bleiben, soziale Kontakte zu vermeiden, um so eine Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Die Maßnahmen, die getroffen werden, schränken unser soziales Leben massiv ein.

Wir Menschen sind dazu gemacht, in Gemeinschaft zu leben. Dies ist tief in unseren Wurzeln verankert. Früher waren die Menschen darauf angewiesen, in Gemeinschaft zu leben – um das Überleben zu sichern und Gefahren abzuwehren. Schon seit vielen Jahren untersuchen auch Forscher den Zusammenhang zwischen sozialer Interaktion und der körperlichen Gesundheit. So konnte zum Beispiel in einer umfangreichen Metaanalyse (Holt-Lunstad, J., Smith T.B., & Layton J.B., 2010) gezeigt werden, dass Menschen mit funktionierenden sozialen Interaktionen seltener an vielen Krankheiten leiden. Einsamkeit kann also ernsthafte körperliche Symptome hervorrufen und krank machen. 

Alleinsein bedeutet nicht unbedingt Einsamkeit

Auch wenn Einsamkeit krank machen kann, bedeutet das nicht, dass wir in Zeiten der Isolation, wo man alleine ist, sich auch direkt einsam fühlt. So kann man sich auch unabhängig zu Corona, in einer Beziehung leben oder in einer Familie, unter Freunden sein und sich dabei einsam fühlen. Und umgekehrt sind bei weitem nicht alle alleinstehenden Menschen einsam. Das Gefühl der Einsamkeit muss also nicht damit zusammenhängen, dass man alleine ist. Verfallen Sie also nicht in Panik, wenn Sie ein paar Tage oder Wochen alleine in Ihrer Wohnung sind. Das bedeutet nun nicht gleich, dass sie in eine Depression stürzen. 

Checkliste

Wie kann man soziale Kontakte trotz Isolation aufrechterhalten?

  1. Virtuellen und telefonischen Kontakt halten:

    Zwar ersetzen virtuelle Kontakte persönliche soziale Interaktionen nicht, dennoch können sie helfen, um sich auszutauschen. Greifen Sie lieber zum Telefonhörer als eine Nachricht zu schreiben. Auch wenn ein physischer Kontakt nicht immer möglich ist, ist es wichtig, dass man Kontakt hält. So können Telefonate und Videoanrufe den persönlichen Kontakt zumindest zeitweise ersetzen.

  2. Treffen Sie sich für einen Spaziergang:

    Die Empfehlung ist, dass man in erster Linie große Menschenmassen vermeiden soll. Man sollte sich eben nicht mit Freunden in einer Bar treffen. Aber das heißt ja nicht automatisch, dass wir jetzt alle alleine in unserer Wohnung isoliert leben müssen. Die Empfehlungen schließen nicht aus, dass man sich zu einem Spaziergang zu zweit trifft.

  3. Reaktivieren Sie bestehende Kontakte:

    Es ist einfacher, bestehende Kontakte zu reaktivieren, als neue zu knüpfen. Vor allem in Zeiten von Corona. Gehen Sie Ihr Adressbuch durch und versuchen Sie, Kontakte aufzufrischen.

  4. Sprechen Sie über Ihre Gefühle und Ängste:

    Reden hilft. Vor allem und gerade in einer solchen Ausnahmesituation. Das ständige Reden über Corona, die Berichte über jeden Todesfall, das macht alles Angst und löst Verunsicherung aus. Das ist ja auch verständlich. Es ist eben ein schwer greifbares Risiko für die Allgemein-bevölkerung. Für uns alle ist die Situation neu. Wir sind letztendlich alle in derselben Situation. Das kann Angst machen. Aber wir sollten diese Angst nicht noch verstärken. Versuchen Sie, die Gesprächsthemen auch auf andere Dinge zu lenken. Was sind Dinge, die Sie glücklich machen? Positive Erlebnisse der letzten Tage?

  5. Versuchen Sie, die Isolation positiv umzudeuten:

    Endlich haben Sie Zeit zu lesen oder Filme zu schauen. So eine Isolation kann auch als angenehm empfunden werden oder sogar als eine Art Entschleunigung. Nehmen Sie sich die Zeit für sich und für Dinge, die Sie schon lange mal erledigt haben wollten.

  6. Sehen Sie die aktuelle Lage als gemeinschaftliche Chance:

    Man kann zusammenrücken (wenn auch nicht räumlich) und anderen helfen. Das gibt Ihnen ein gutes Gefühl und das Gefühl einer Gemeinschaft anzugehören.

Die Einschränkungen, der geringe Kontakt zu Mitmenschen, aber auch die Angst, sich bei anderen anzustecken – all das kann zum einen negative Konsequenzen für die Qualität unserer sozialen Beziehungen haben. Es kann aber auch sein, dass wir durch das Virus viel mehr zusammenrücken und anderen Mitmenschen unter die Arme greifen. Denn wir stehen letztendlich alle vor demselben Problem. Niemand weiß, wie es weitergeht. Wir sitzen alle in einem Boot - und vielleicht ist das auch eine Chance.